Ringveranstaltung mit Andreas Knipping | Verbindungen im Herzen Europas – Eisenbahnen in Böhmen
19:00 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus

Noch immer in der langen Nachwirkung des Eisernen Vorhangs wird oft übersehen, dass Böhmen, Mähren und Österreichisch-Schlesien zentrale Gebiete Mitteleuropas mit der entsprechenden Bedeutung für die Eisenbahngeschichte waren und sind. Als in Würzburg, Regensburg, Innsbruck, Salzburg oder Linz noch keine Schiene lag, konnte man schon von Wien über Mähren und Breslau nach Berlin und Köln fahren. Zeitweise führte die schnellste Verbindung von München nach Berlin über Eger. Böhmen wurde zu einer Wiege der europäischen Lokomotivbaus. Viele Lokomotiven der Kgl. Bay. Staatseisenbahnen fuhren mit Kohle aus dem Ostrauer Revier. Die Betrachtung der engen Verkehrsbeziehungen zwischen Bayern und Böhmen mündet in einen kritischen Blick auf die Vernachlässigung dieser Beziehungen durch die Verkehrsministerien in München und Berlin.
Andreas Knipping, geboren 1952, war Verwaltungsbeamter und Fachhochschullehrer im Bereich des Sozialrechts und sodann 22 Jahre bis zur Pensionierung Richter am Sozialgericht München. Seit Kindheitstagen begeistert er sich für Dampflokomotiven und viele andere Bereiche des Eisenbahnwesens. Er hat dazu etwa 45 Bücher und zahllose Fachartikel geschrieben. 25 Jahre lang leitete er einen Gesprächskreis mit deutschen und tschechischen Eisenbahnern und Eisenbahnfreunden unterschiedlicher Generationen.

Phantastisches Böhmen – Teil 4: Der brave Soldat Schweijk
19:00 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus
Vortragsreihe mit Prof. Dr. Stefan Samerski, Geisteswissenschaftliche Klasse
In Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, dem Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München-Freising
Der Bericht von Herrn Henry Ertner kann hier abgerufen werden: https://www.henryertner.com/prof-samerski-ueber-schwejk/
Plenum
9:30 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus
nicht öffentlich
Die Tagesordnung wird satzungsgemäß drei Wochen vor der Plenarversammlung den ordentlichen Mitgliedern der Akademie und den Mitgliedern des Kuratoriums zugestellt. Wahlvorschläge für die anstehenden Wahlen werden an den Wahlausschuss erbeten.
Klassensitzungen
14:00 Uhr c. t. | Sudetendeutsches Haus
nicht öffentlich
Sitzung der Geisteswissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Naturwissenschaftlichen Klasse
Sitzung der Klasse der Künste und Kunstwissenschaften
Öffentliche Festveranstaltung 2025
19:00 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus
Programm
Andreas Willscher (*1955)
Andante – Ritual Firedance
für Klavier vierhändig
Begrüßung und Jahresbericht
Prof. Dr. Stefan Samerski, Präsident
Widmar Hader (1941-2023)
Passacaglia ex E für Klavier solo
Festvortrag
Prof Dr. Hans J. Schlitt, Regensburg
Lebertransplantation: State of the Art
(in Deutschland)
Dietmar Gräf (*1944)
Piccola Suite für Klavier vierhändig
I. Radio Böhmen – II. Carillon von Jim Plui (UA) –
III. Im Floye Maluid (UA)
Verleihung des Adolf-Klima-Preises 2025
Preisträger: Serafin Unglert
Laudatio: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel,
LMU München
Robert Delanoff (*1942)
Ankunft in Bombolulu für Klavier vierhändig
Musikalische Umrahmung:
Klavierduo Inna Schur & Eva Herrmann
Zum Festvortrag
Die Lebertransplantation ist seit den 1980er Jahren eine hervorragende Therapieoption bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Leberzirrhose oder akutem Leberversagen – mit langfristig potentiell sehr guten Ergebnissen. Hauptproblem für die Lebertransplantation in Deutschland sind der ausgeprägte Spenderorganmangel und die hohe Rate von älteren Spendern mit vielen Begleiterkrankungen.
Zusätzlich bedingt durch ein problematisches Verteilungssystem der zu wenigen Organe sind in Deutschland die Ergebnisse der Lebertransplantation wie auch die Sterblichkeit auf den Wartelisten im internationalen Vergleich deutlich schlechter. Trotz einiger innovativer Ansätze (Splitting von Organen für zwei Empfänger, Maschinenperfusion vor Transplantation, neuer Techniken in der Lebendspende, verbesserter immunsuppressiver Therapie etc.) – gerade in Deutschland – weiterhin ein großer Optimierungsbedarf bei der Lebertransplantation.
Prof. Dr. Hans J. Schlitt
Hans J. Schlitt ist Direktor der Klinik und Poliklinik für Chirurgie und Prodekan der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg. Er arbeitet auf dem Gebiet der Tumorchirurgie, Transplantationschirurgie sowie Chirurgie der Leber und Bauchspeicheldrüse. Er hat wegweisende wissenschaftliche Arbeiten in den Bereichen Transplantationsimmunologie, Leber- und Pankreaschirurgie sowie zu Fragestellungen der molekularen Onkologie publiziert. Er ist Leiter multipler klinischer Studien sowie Initiator von zahlreichen Forschungsprojekten.
Das besondere Engagement von Hans J. Schlitt gilt translationaler Forschung. Er hat beispielsweise eine Methode entwickelt, mit der sich bisher nicht operable sehr große Lebertumore oder mehrere verteilte Tumorknoten erstmals operativ entfernen lassen. Dies gilt als ein Durchbruch bei der Behandlung von Lebertumoren.
Prof. Dr. Martin Schulze Wessel
Martin Schulze Wessel zählt zu den führenden Osteuropahistorikern in Deutschland. Er verbindet wissenschaftliche Arbeit mit gesellschaftlich relevanter Vermittlung – sowohl durch seine Veröffentlichungen als auch durch sein Engagement in Forschungskommissionen und öffentlichen Diskursen. Seit dem Sommersemester 2003 lehrt er als Professor für Geschichte Osteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und ist Direktor des Collegium Carolinum, Forschungsinstitut für die Geschichte Tschechiens und der Slowakei. Seit 2005 ist er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Von 2012 bis 2016 war er Vorsitzender des Verbands der Historiker und Historikerinnen
Deutschlands (VHD).
Das Klavierduo Inna Schur & Eva Herrmann
konzertierte 2018 zum 2. Mal in St. Petersburg (Hesed-Zentrum) anlässlich des 315. Geburtstages der Stadt und im Frühjahr 2018 (mit Wiedereinladung) in einer Preisträger-Konzert-reihe im Monart Center in Ashdod/Israel. Seit 2015 spielt das Duo u.a. auch regelmäßig in Trieste/Italien u. a. in der Sala Beethoven (zuletzt im April 2025).
2024 wurde das Klavier-Duo u.a. zu einer Umrahmung eines Vortrags des italienischen Autors Alberto Toso Fei eingeladen, konzertierte im Gedenkkonzert für die Regensburger Komponistin Gertraud Kaltenecker, der Konzertkirche Weißer Hirsch in Dresden und musizierte abendfüllende Konzerte in Schloss Höfling und in der Kulturhalle der Stadt Neutraubling. 2025 waren sie mit abendfüllendem Programm bei den Meisterkonzerten in Bad Wörishofen und beim Musikfestival Unternehmen Gegenwart zu Gast.
Inna Schur erhielt ihr Hochschul-Diplom für das Fach Klavier am Konservatorium von Baku. 1983 errang Inna Schur den 1. Preis beim internationalen Wettbewerb für Klavier-Begleitung in Baku.
Eva Herrmann ist Kulturförderpreisträgerin der Stadt Regensburg, studierte u.a. Klavier-pädagogik (Diplom der Hochschule für Musik und Theater München). 2024 wurde ihr der Sudetendeutsche Kulturpreis für Musik und Darstellende Kunst verliehen.
Phantastisches Böhmen – Teil 3: Geister in Kirchen und Schlössern
19:00 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus
Vortragsreihe mit Prof. Dr. Stefan Samerski, Geisteswissenschaftliche Klasse
In Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, dem Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München-Freising
Der Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung, Folge 41, vom 10. Oktober 2025 über den Vortrag von Professor Samerski am 22. September 2025 kann hier abgerufen werden.
Der Bericht von Herrn Henry Ertner kann hier abgerufen werden: https://www.henryertner.com/gespenster-weisse-frauen-und-die-geisterkirche-boehmens-dunkle-geheimnisse/
Ringveranstaltung mit Prof. Dr.-Ing. Matthias Kind, Naturwissenschaftliche Klasse: Negative CO2-Emission – wie geht das?
19:00 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus
Etwa 75 % des durch den Menschen verursachten Treibhauseffektes kommt durch freigesetztes Kohlendioxid zustande. Die restlichen 25 % gehen auf das Konto anderer durch menschliche Aktivitäten emittierter Gase, nämlich Methan 18 %, Stickoxide 4 % und fluorierte Gase 2 %.
In der Literatur sind beispielhafte Szenarien definiert, nach denen Treibhausneutralität erreicht werden kann. Bei jedem dieser Szenarien ist es von hoher Priorität, dass die Emissionen von Treibhausgasen und insbesondere CO2 möglichst weit reduziert werden. Gemäß dieser Szenarien wird dies dadurch erreicht, dass fossile Energieträger (Gas, Erdöl, Kohle) zugunsten von den erneuerbaren Energiequellen Wind und Sonne, von chemischen Energieträgern wie zum Beispiel Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen, von der energetischen Nutzung von Biomasse und von der Kernenergie zurückgedrängt werden. Manche dieser Szenarien erreichen Treibhausgasneutralität früher als andere. Manche verursachen höhere Kosten als andere. Alle dieser Szenarien berücksichtigen allerdings, dass es auch in Zukunft zu unvermeidlichen Emissionen an Treibhausgasen, insbesondere CO2, kommt. Diese Emissionen liegen im Größenbereich von einigen Gigatonnen CO2 pro Jahr und müssen durch geeignete Methoden, also durch sogenannte negative CO2-Emissionen kompensiert werden. Für diese Kompensation gilt es, das CO2 vor seiner Emission zu binden oder nach seiner Emission der Atmosphäre wieder zu entziehen. In jedem Fall ist es dann in geeigneter Weise dauerhaft zu sequestrieren (deponieren). In diesem Vortrag wird ein Überblick über diese Methoden gegeben.
Der Bericht von Susanne Habel in der Sudetendeutschen Zeitung, 35, vom 29. August 2025 über die Ringveranstaltung mit Professor Dr. Matthias Kind am 29. Juli 2025 kann hier abgerufen werden.
Ausstellungsreihe – Dialoge der Bildenden Kunst & Architektur
10 Uhr bis 18 Uhr | Alfred-Kubin-Galerie im Sudetendeutschen Haus
Im Rahmen der Ringveranstaltungen der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste präsentiert die Klasse der Künste und Kunstwissenschaften die Ausstellung


GARTNER & GARTNER
Introspektive
in der Alfred-Kubin-Galerie vom 21.05. bis 28.06.2025
Die Ausstellung zeigt Werke, der in den letzten Kriegswochen im Sudetenland geborenen Künstlerzwillinge Hansjürgen und Joachim Lothar Gartner. Beide Zwillingsbrüder wuchsen in Wien auf. Ausgehend von Werken, die unter dem Einfluss der Wiener Kunstszene der Nachkriegszeit, entstanden sind, über ihre allmählichen Loslösung davon, bis zu ihrer künstlerischen Identität, ist es dem Betrachter möglich diesen künstlerischen Entwicklungsprozess nachzuvollziehen.
Die Ausstellung unternimmt den Versuch den künstlerischen Wandel im Werk der Künstlerzwillinge Hansjürgen und Joachim Lothar Gartner sichtbar zu machen. Weitgefasst basieren die frühen Arbeiten der beiden Künstler in einer figurativen, dem Surrealismus nahestehenden Kunstrichtung.
Harald Meier-Jaud schrieb im ersten Katalog über ihre Arbeiten von einem „Humanen Manierismus“ der Gebrüder Gartner. Manierismus, eine in der Kunstgeschichte wiederkehrenden Epoche, welche auf die künstlerische Arbeit der Zwillingsbrüder bezogen, primär den Menschen in den Focus nimmt. Während in Joachim Lothar Gartner’s Werdegang der direkte Bezug zum Menschen sich deutlich wandelte, blieb bei Hansjürgen dieser Bezug weitestgehend nachvollziehbar erhalten.
Da in diesem Jahr der Beendigung des 2. Weltkrieges zum 80. Mal gedacht wird, erhält dieses Ausstellungsprojekt auch aus dieser Sicht einen besonderen Stellenwert.
Ausstellungsdauer: 21.05.2025 – 28.06.2025
Geöffnet: Täglich von 10 – 18 Uhr
ausgenommen an Pfingstsonntag und Feiertagen
Künstlerführung – Finissage im Foyer des Sudetendeutschen Hauses
Am Samstag, dem 28. Juni 2025 führen die Künstler Hansjürgen und Joachim Lothar Gartner durch die Sonderausstellung GARTNER & GARTNER – Introspektive
Phantastisches Böhmen – Teil 2: Rübezahl
19:00 Uhr | Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus
Vortragsreihe mit Prof. Dr. Stefan Samerski, Geisteswissenschaftliche Klasse
Im zweiten Teil seiner Vortragsreihe „Phantastisches Böhmen“ zum Thema der Märchen und Legenden der Böhmischen Länder spricht Akademiepräsident Prof. Dr. Stefan Samerski über die Geschichte vom Berggeist Rübezahl und über andere Sagengestalten aus Wäldern und Bergen.
Die Wälder und Bergregionen des Sudetenlandes sind Orte sagenhafter Gestalten und phantastischer Begebenheiten. Sie wurden nicht nur von Generation zu Generation meist mündlich weitergegeben, sondern sind inzwischen auch Objekte der wissenschaftlichen Erforschung. Was sagen solche Gestalten aus Sagen und Märchen Einzigartiges über die Menschen und ihr Leben in Böhmen aus? Wieviel Realität steckt in der Fiktion?
Böhmen ist das Land der undurchdringlichen Wälder, gurgelnden Bäche, verwunschenen Täler und entlegenen Burgen – geradezu geschaffen für Sagen, Fiktion und Spuk. Und tatsächlich kann diese Region mit einer Vielzahl von Geschichten und phantasievollen Erscheinungen aufwarten, die es anderswo nicht gibt. Ja, das Land führt geradezu das Phantastische als Markenzeichen, das es in vier Vorträgen exemplarisch aufzuspüren gilt.
In Zusammenarbeit mit der Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, dem Bundesverband der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Ackermann-Gemeinde in der Erzdiözese München-Freising