Zur künstlerischen Umrahmung der Festveranstaltung der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste am 24. Oktober 2008

 

JUDr. Johannes Bammer –  (1888-1988), der Komponist des Russischen Liederbuches, zu dem die sechs Lieder der musikalischen Umrahmung gehören, wurde im südmährischen Nikolsburg geboren und starb in Bonn. Er erhielt seine musikalische Ausbildung unter anderem bei Johannes Reichert (1876–1942) in Teplitz-Schönau sowie im Fernunterricht bei dem in Wien wirkenden Hans Gál (1890–1987) und schließlich bei Vitĕzslav Novák (1870-1949) in Prag, der ihm „den Sinn für den Klang, die Schönheit des Tones und die Miniaturarbeit gegeben“ hat. Bammer war zwar im Zivilberuf Jurist, erwarb sich aber vor allem als Komponist hohes Ansehen.

Das Russische Liederbuch ist sein bedeutendstes Werk, es entsprang seiner besonderen Vorliebe für die russische Musik und Literatur. Äußerst kennzeichnend ist, dass er dabei in so hohem Maße zu Gedichten Sergej Gornys griff, dem Verfasser von Kindheitsgeschichten, die 1947 unter der Überschrift Verlorenes Paradies erschienen. Gorny, Pseudonym für Aleksandr-Mark Ocup; geboren 1882 in Ostrov gestorben 1949 Madrid, entstammte einer großbürgerlichen Familie, wuchs unter glücklichen Verhältnissen auf und wurde Bergbauingenieur. Nach dem Ersten Weltkrieg und einer schweren Verwundung verschlug es ihn nach Zypern, Ägypten und auf den Balkan, ehe er in Berlin eine zweite Heimat fand. Die Jahre des Hitler-Regimes brachten ihm aber auch dort zahlreiche Drangsalierungen und schließlich das Verbot jeglicher publizistischer Tätigkeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vernichtung seines Berliner Heims lebte Gorny in Goslar als Dolmetscher für die „displaces persons“. Gorny dichtete deutsch, „aber aus seiner russischen Seele heraus. Ein Stück deutscher Natur, gesehen durch ein russisches Temperament. Das spürt man vielleicht am deutlichsten an dem eigentümlichen Rhythmus dieser deutschen Verse. Es ist in ihnen ein ganz eigener Klang, eine Melodie, wie wir sie bei keinem rein deutschen Dichter finden.“ (Arthur Luther).

 

Susanna Frank – in Würzburg geboren. Ihr Vater stammt aus Komotau und ist Schulmusiker und Organist, ihre Mutter ist Konzertpianistin und Kirchenmusikerin. Sie absolvierte ein Phar­maziestudium mit Approbation. Ihre Gesangsausbildung erhielt sie bei Kurt Widmer, Basel, Melinda Paulsen, Frankfurt, Karl Markus, Frankfurt, Ulf Bästlein, Graz, und seit 2006 bei Beata Heuer-Christen, Freiburg. Sie wurde 2006 als ordentliches Mitglied in die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, Klasse der Künste und Kunstwissenschaften berufen.

Hedayet Djeddikar in Basel geboren, Pianist, Ehemann von Susanna Frank. Er wurde ausgebildet und intensiv gefördert von der Pianistin Rose Marie Zartner (Akademiemitglied) und studierte Klavier bei Herbert Seidel an der Frankfurter Musikhochschule. Während seines Stu­diums rückte die Liedbegleitung immer mehr in den Mittelpunkt seines Interesses. Durch mehrere Meisterkurse in dieser Leiden­schaft bestärkt, ließ er seinem Klavierstudium ein Aufbau­studium für Liedbegleitung und Kammermusik in Frankfurt folgen.

 

Elisabeth Herrmann – Choreografin, Tänzerin und Tanzpädagogin, an der Folkwang-Hochschule in Essen zur professionellen Bühnentänzerin ausgebildet. Sie gründete 1986 in Regensburg das erste moderne Tanztheater der freien Szene und gilt seit Jahren als energievoller Motor eines subtilen, einfallsreichen Tanztheaters.

Widmar Hader – in Elbogen an der Eger geboren, Vizepräsident der Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste, zur Aufführung kommt sein Solo-Ballett
Ein Lied vom Menschen